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Nichts für schwache Nerven

Mit einem wild entschlossenen Endspurt beißt sich die WNBL in die Overtime durch und fährt mit dem hauchdünnen Vorsprung von einem Punkt den Sieg im Auftaktspiel der Saison 2019/2020 den Sieg gegen die Pfalz Towers ein.

Es war ein langer, harter Weg bis dahin, bei dem die Schützlinge von Headcoach Cäsar Kiersz und Tomas Vilkius am Ende dafür belohnt wurde, dass sie nie den Mut verloren. Ohne die beiden Leistungsträgerinnen Maria Konstantinidou und Jasmin Baghiana, dafür mit der neuen Teamkollegin Clara Gausepohl brauchte es viel Zeit und Geduld, bis das Team so langsam Zugriff auf das Spiel bekam. Dass der Rückstand zu Beginn des Schlussabschnitts nicht deutlich höher war, war der kaum aufzuhaltenden Punktesammlerin Noreen Stöckle zu verdanken – sie hatte am Ende 43 Punkte auf dem Konto – und der zum Glück nicht hundertprozentigen Chancenverwertung der Pfalz Towers. Und es brauchte einiges an Geduld, bis Christina Diamantaki gegen Mitte des vierten Viertels die Zeitenwende herbeiführte und mit ihren unerbittlichen Korbattacken das gesamte Towers-Team regelrecht auf dem falschen Fuß erwischte. Diese Nadelstiche und die weiter wie geölt laufende Scoring-Maschine von Noreen Stöckle (u.a. 5 von 5 Dreier) nahmen den Towers zusehends die Luft. Spätestens als Noreen knapp 2 Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit mit ihren beiden erfolgreichen Freiwürfen die Overtime erzwang, war die gesamte Rundsporthalle auf Betriebstemperatur. Der Rest ist knapp erzählt, die Intensität blieb extrem hoch, der willensstarke Einsatz wurde belohnt, am Ende prangte ein 75:74 Sieg der BSG Basket Ludwigsburg gegen die Pfalz Towers auf der Anzeigetafel.

„Der tolle Kampfgeist unserer Mädels wurde heute belohnt“ ist Headcoach Cäsar Kiersz erleichtert und glücklich. „Zu der herausragenden Leistung von Noreen kamen die bärenstarken Aktionen von Christina und die immer wieder aufblitzenden Impulse Lea Plockinjic, Teresa Sena, Hanna Risinger, Clara Gausepohl, Marie Schneider und Lia Hilgenfeld, die das Spiel mit zu unseren Gunsten entschieden haben. Bemerkenswert ist auch, dass mit Noreen und Christina die beiden jüngsten Spielerinnen die Verantwortung übernommen haben.“

Am kommenden Sonntag, 27.10., geht es um 15.00 Uhr in der Innenstadtsporthalle weiter mit dem nächsten Heimspiel gegen die Basket Girls Rhein Neckar.

Für die WNBL spielten: Noreen Stöckle (43 Punkte, 3 Rebounds, 2 Assists), Christina Diamantaki (11 P, 2 Rb), Lea Plockinjic (5 P, 1 Rb, 2 As), Teresa Sena (4 P, 1 Rb, 1 St, 1 Bl), Clara Gausepohl (4 P, 2 As), Hanna Risinger (4 P, 1 Rb), Marie Schneider (2 P, 1 Rb), Lia Hilgenfeld (2 P, 1 As), Aleksandra Vojinovic, Cleo Rilling

Viel hat nicht gefehlt

Wenn zwei Teams ähnlich häufig werfen, Rebounds, Assists, Steals und auch Turnover kaum voneinander abweichen, gibt ein Anteilswert den entscheidenden Hinweis: die Trefferquote. Sie war den Basket Ladies im Spiel gegen die KIA Baskets Schwabach nicht hold und erklärt einen Gutteil der 67:75 Niederlage.

Schussendlich doch zu oft fiel der Ball nach dem Tanz auf dem Ring auf der falschen Seite. Besonders ärgerlich war dies z.B. bei geduldig herausgespielten Distanzwürfen, von denen nur 8 von 30 durch das Netz fanden. Allein vier davon gingen auf das Konto von Noreen Stöckle. Die 15jährige brachte das Kunststück fertig, wenige Stunden zuvor ihr WNBL Team mit 43 Punkten zum Sieg zu führen und in der 2.DBBL mit 16 Punkten zusammen mit Leonie Elbert nochmals Topscorerin zu sein.

Gestartet waren die Basket Ladies mit dem sichtbaren Willen, den Ball durch die eigenen Reihen laufen zu lassen und geduldig die besten Wurfpositionen herauszuarbeiten. Das gelang auch, allerdings nur bis zum Ring. Lediglich Alexandra Berry traf zwei Freiwürfe. Da den Metropol Baskets in dieser Anfangsphase auch nichts so recht gelingen wollte, stand es nach vier Minuten noch mager 2:2. Dann schienen die Ladies den Startknopf gefunden zu haben, wenig später lagen sie mit 8:4 in Front. Das Strohfeuer war kurz, die Metropol Baskets fanden besser in Tritt und zogen unversehens vorbei. Mit einem 11:17 Rückstand ging es in die erste Viertelpause. Es zeigte sich rasch, dass das Rebound-Duell, sonst klare Domäne der Basket Ladies, diesmal auf Augenhöhe geführt wurde. Schwabachs äußerst quirliger und treffsicherer Pointguard Deeshyra Ashanti Thomas war obendrein bereits da Topscorerin ihres Teams.

Im zweiten Viertel schalteten die Ladies einen Gang hoch. Zu Noreen Stöckle, Leonie Elbert und Alexandra Berry gesellten sich nun auch Selma Yesilova und Viktoria Krell mit Punkten und Rebounds. Der Ball wurde zügig bewegt, die Ladies saugten sich immer wieder bis auf einen Punkt heran. Relativ ungerührt verhinderten jedoch Sara Hansel und Deeshyra Thomas aus Schwabacher Sicht Schlimmeres. Das Viertel gewannen die Ladies und arbeiteten sich auf 30:33 heran. Zwischenzeitlich kehrte mit Alicia Stenzel eine der Spielerinnen zurück aufs Ludwigsburger Parkett, die zu dem Regionalliga-Team gehört hatten, das 2016 das Aufstiegsrecht in die 2.DBBL erspielt hatten.

Nach der Halbzeitpause stürmte Viktoria Krell mit aller Entschlossenheit voran, schraubte ihr Punktekonto auf 12 und zog die Ladies kurzzeitig an den Metropol Baskets vorbei. Allerdings folgten unmittelbar darauf gleich mehrere schmerzhafte Ballverluste. Die Schwabacherinnen, vorzugsweise Deeshyra Thomas und Katharina Kreklau nahmen dankend an. Trotz der guten Ansätze des Teams und der weiterhin unermüdlichen und effektiven Arbeit von Alexandra Berry unter den Körben sahen sich die Ladies am Ende des dritten Spielabschnitts mit sechs Punkten im Hintertreffen. Es brauchte bis etwa Mitte des Schlussviertels, bis auch Leonie Elberts Paradewurf, der Dreier, endlich sein Ziel fand. Alle Ladies warfen noch einmal alles in die Waagschale, kämpften um jeden Ball und gewannen das Viertel mit 18:17. Allerdings machten auf Schwabacher Seite die US-Amerikanerin Thomas (insg. 28 Punkte, 8 Rebounds, 3 Assists und 6 Steals) und die Kanadierin Ratzlaff im Duett alles klar für die KIA Metropol Baskets Schwabach.

„Das Team hat heute vieles von dem, was wir besprochen haben, gut umgesetzt, 18 Assists sind ein gutes Anzeichen. Bei der Trefferquote haben wir allerdings etwas tiefgestapelt und es uns damit schwer gemacht“ bedauert Headcoach Vilkius. Am kommenden Wochenende geht es erstmals nach drei Heimspielen „in die Fremde“. Am 26.10. um 18.00 Uhr ist Tipp-Off bei den Saarlouis/Dillingen Diamonds.

Für die BSG Basket Ladies spielten: Leonie Elbert (16 Punkte/2 Rebounds/6 Assists/2 Steals), Noreen Stöckle (16 P/3Rb/1Ass/1St), Viktoria Krell (12 P/8 Rb/2 Ass/4St), Selma Yesilova (11P/3Rb/3Ass/3St), Alexandra Berry (9P/12Rb/5Ass), Teresa Kucera (3P/6Rb), Alicia Stenzel (1Rb), Janina Kuczmann, Teresa Sena (dnp)

 

Nächstes Schlüsselspiel für die BSG-Herren

Bereits am 5. Spieltag kommt es für die Regionalliga Herren der BSG Ludwigsburg zum zweiten Topspiel der Saison. Am Samstag um 15.00 Uhr empfangen die Schützlinge von Head Coach David Gale in der Rundsporthalle den noch ungeschlagenen Aufsteiger PKF Titans Stuttgart.

Nach der Heimniederlage gegen Reutlingen vor zwei Wochen, konnten sich die BSG’ler vergangenes Wochenende mit dem höchsten Sieg in der jüngsten Regionalligageschichte eindrucksvoll zurückmelden und mit einem 119:51 Erfolg in Karlsruhe ein echtes Ausrufezeichen setzen. Das Duell gegen den sieglosen Tabellenletzten ist jedoch kaum mit der Aufgabe gegen die PKF Titans zu vergleichen. Die Stuttgarter sind mit Siegen gegen Haiterbach Freiburg, Schwäbisch Hall und Karlsruhe furios in die Saison gestartet und stehen als Aufsteiger zusammen mit Reutlingen an der Tabellenspitze.

Topscorer für die Titans sind Routinier Nils Menck (21,8), die Neuzugänge Herdie Lawrence (18,3) und Jose Tejada (16,8), Granit Ahmetaj (14,7) und Ex-Ludwigsburger Dimitrios Minoudis (13,8). Zusammen führt das Quintett die aktuell zweitbeste Offense der Liga (92,5 Punkte) der Liga an, auf die Defensive der Barockstädter wird am Samstag also einiges an Arbeit zukommen. Spielbeginn in der Rundsporthalle ist um 15.00 Uhr.

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