Montag, 23.03.2009 11:10

Dezimierte Ludwigsburger schrammen haarscharf an nächster Überraschung vorbei

107:95 (45:35, 88:88) Niederlage nach Verlängerung beim Aufstiegskandidaten aus Schwenningen

Neben dem verletzungsbedingtem Ausfall von David Michalczyk, der an seiner alten Wirkungsstätte mit großem Beifall empfangen wurde, sowie dem Fehlen von Maximilian Gerber und James Arbinger, mussten die Barockstädter am Samstag auch auf Fabian Spindler verzichten, der mit hohem Fieber ans Bett gefesselt war. Auf Schwenninger Seite fehlte Topscorer Kai-Uwe Kranz, der sich als Trainer des U16-Teams der KGJ bereits zum zweiten mal in dieser Saison eine Sperre wegen Schiedsrichterbeleidigung einhandelte und so gegen die BSG nicht zur Verfügung stand. Unbeeindruckt von den eigenen Ausfällen starteten die Ludwigsburger gut in die Partie und kamen durch Punkte von Jonas Leidel und Maximilian von Stackelberg, der für Michalczyk in die Startformation gerückt war, zu einer frühen 4:0 Führung. Die Gastgeber konterten jedoch mit einem 10-2 Zwischenspurt, ehe Tomislav Topic sein zweites persönliches Foul kassierte und Jordan Buller die BSG nach sechs Minuten mit einem Dreier wieder in Front brachte (13:12). Wenig später mussten allerdings auch Tim Koch und Jerome Bridgewater auf der Bank Platz nehmen, nachdem sie ebenfalls ihr zweites Foul gepfiffen bekamen und begünstigt durch einige Ballverluste des BSG-Teams gingen die Hausherren schließlich mit einem knappen 21:18 Vorsprung aus dem ersten Viertel.

Im zweiten Abschnitt erhöhten Bill Goehrke und Brandon Adair auf 25:18 und Koch wurde mit einem nächsten Foulpfiff bedacht, der ihn für die verbleibenden neun Minuten der ersten Halbzeit aus dem Spiel nahm. Ludwigsburg konnte trotz dieser Schwächung zurückschlagen und so verkürzten Kristoffer Kantschar und Darly Ifuly auf 27:25. Nach einer Auszeit von Schwenningen traf Johannes Betz, der im ersten Durchgang 16 seiner insgesamt 20 Punkte erzielte, mit Ablauf der 24-Sekundenuhr aus der Distanz und startete damit einen 11-2 Run der Gastgeber, der von zwei weiteren erfolgreicher Dreiern von Schlafke und Makris komplettiert wurde. Die Panthers nutzten in dieser Phase jede Lücke in der Ludwigsburger Zonenverteidigung aus, während sie im Rebound deutlich überlegen waren und so setzten sich die Hausherren nach sieben Minuten auf 38:27 ab. Stephen Perges und Fabian Feil stoppten den Lauf der Neckarstädter, doch fünf Punkte von Marco Schlafke sorgten zur Halbzeit für eine 45:35 Führung der Gastgeber.

Im zweiten Durchgang hielt Schwenningen die BSG durch Punkte von Topic auf Abstand, während Ludwigsburg nach dem vierten Foul von Tim Koch in der dritten Minute nach seinem Rhythmus am Angriff suchte. Brandon Adair, der zusammen mit Topic nun einen Offensivrebound nach dem anderen pflückte und so immer wieder für zweite Chancen der Gastgeber sorgte, erhöhte nach vier Minuten sogar auf 53:39. In dieser Phase wurde das Fehlen von Fabian Spindler deutlich, der mit seinen knapp zehn Rebounds im Schnitt schmerzlich vermisst wurde. Durch eine aggressive Verteidigung kämpften sich die Barockstädter aber zurück ins Spiel, während Jordan Buller nun in der Offensive das Heft in die Hand nahm. Zusammen mit Jerome Bridgewater erzielte der amerikanische Point Guard zwölf Zähler in Serie, darunter ein Dreier mit Foul, ehe Darly Ifuly einen 14-0 Run zum 53:53 Augleich komplettierte. Schwenningen antwortete durch Punkte von Goehrke und Schlafke, doch die Gäste hatten nun Blut geleckt und so zeigten sich von Stackelberg, Ifuly und Feil für einen weiteren 6-0 Lauf verantwortlich, der dem BSG-Team zwei Minuten vor Viertelende eine 59:58 Führung bescherte. Dann jedoch nutzten die Panthers ihre körperliche Überlegenheit konsequent aus und kamen durch Topic und Adair zu einfachen Punkten am Brett, so dass es beim Stand von 66:61 für die Gastgeber in den Schlussabschnitt ging.

Hier verpassten es die Barockstädter zunächst durch das Verlegen von einfachen Korblegern schnell wieder aufzuschließen und Schwenningen erhöhte auf 73:65, ehe Jordan Buller aufs Tempo drückte und sein Team zu einem 6-0 Zwischenspurt führte. Nach einer Auszeit der Hausherren hielt Adair die Gäste mit zwei Treffern von der Freiwurflinie auf Abstand, doch Buller sorgte mit fünf Zählern für den 76:76 Ausgleich drei Minuten vor dem Ende und wenig später mit seinem vierten erfolgreichen Dreier für die 81:80 Führung. Bridgewater legte nach, ehe Makris 90 Sekunden vor dem Ende mit zwei erfolgreichen Freiwürfen konterte (83:82). Kurz darauf folgte dann eine äußerst diskussionswürdige und möglicherweise spielentscheidende Szene. Buller servierte Bridgewater im Fast Break einen freien Korbleger, den der Ludwigsburger Forward mit Körperkontakt vollendete. Ein Pfiff ertönte und die Bank des BSG-Teams war aufgrund des möglichen Dreipunktspiels völlig aus dem Häuschen. Voller Entsetzen mussten die Barockstädter jedoch feststellen, dass die Unparteiischen auf Schrittfehler entschieden hatten und zu allem Überfluss auch noch Jordan Buller mit einem technischen Foul bestraften. Anstatt gut eine Minute vor Schluss mit drei Punkten in Führung zu gehen, sah man sich nach zwei Freiwürfen von Schlafke und einem Treffer Topic mit 86:83 im Hintertreffen. Dieser 6-Punkte „Swing“ machte den Gästen schwer zu schaffen und so verschoss Jerome Bridgewater im folgenden Angriff beide Freiwürfe. Nach einem Ballverlust von Uli Mönch konnte Bridgewater dann aber doch auf 86:85 verkürzen, ehe Russos Makris neun Sekunden vor dem Ende an die Linie geschickt wurde und beide Freiwürfe im Ludwigsburger Korb unterbrachte. Im letzten Angriff wurde der mit 24 Punkten in der zweiten Halbzeit überragende Buller von Makris gut verteidigt und so kam der Ball über Jonas Leidel zum in der Ecke frei stehenden Maximilian von Stackelberg, der mit seinem dritten erfolgreichen Dreier in dieser Saison für den 88:88 Ausgleich kurz vor Schluss sorgte und sein Team damit in die Verlängerung zu retten. Der Shooting Guard machte es dabei besonders spannend, sprang sein Wurf doch zunächst in hohem Bogen vom Ring ab um schließlich doch noch im Netz zu landen.

Auch zu Beginn der Verlängerung stand von Stackelberg im Mittelpunkt, als er die Bank der Gäste mit einem unglaublichen Block gegen Makris in Ekstase versetzte und dem Schwenninger Guard damit wohl noch einige schlaflose Nächte bereitet haben dürfte. Zwei Ballverluste von Tim Koch, der aufgrund seiner Foulprobleme in der zweiten Halbzeit gerade einmal vier Minuten auf dem Feld stand, und die daraus resultierenden Punkte von Schlafke und Adair brachten dann jedoch Ernüchterung, ehe Koch mit einem erfolgreichen Dreier zurückschlug und Jonas Leidel den 94:94 Gleichstand besorgte. Wie sollte es anders sein wurde Koch nach zwei Minuten mit seinem fünften Foul endgültig Duschen geschickt und Schlafke sorgte mit zwei Treffern von der Freiwurflinie, sowie einem wichtigen Dreier zum 99:95 für eine kleine Vorentscheidung. Ludwigsburg ging nun allmählich die Kraft aus und konnte Schwenningen nur noch per Foul stoppen. Schlafke, der alle seine 15 Versuche von der Linie verwandeln konnte, und Adair konnten weiter erhöhen, ehe Mönch und Schlafke nach einem technischen Foul gegen von Stackelberg den 107:95 Endstand herstellten.

Nach dem Sieg gegen Konstanz am vergangenen Wochenende hatten die BSG’ler mit den Schwenninger Panthers also auch den nächsten Aufstiegskandidaten am Rande eine Niederlage. Erneut war Jordan Buller mit 29 Punkten, 11 Assists und 6 Steals der überragende Mann im Dress der Barockstädter, doch schlussendlich verdiente sich das gesamte Team ein großes Kompliment für diese unglaubliche Energieleistung. Während Maximilian von Stackelberg sein Team in letzter Sekunde in die Verlängerung rettete und Marco Schlafke trotz seiner 32 Punkte alles abverlangte, hatten vor allem Jerome Bridgewater und Darly Ifuly großen Anteil am Abschneiden der BSG. Beide zeigten im Angriff eine ihrer besten Saisonleistung und nahmen gleichzeitig Johannes Betz in der zweiten Halbzeit völlig aus dem Spiel, nachdem der Schwenninger Flügelspieler im ersten Durchgang 16 Punkte erzielt hatte. Die Ausfälle von Michalczyk, Spindler, Gerber und Arbinger konnten durch die beeindruckende mannschaftliche Geschlossenheit einigermaßen aufgefangen werden. Der zusätzliche Verlust von Topscorer Tim Koch, der vom Schiedsrichtergespann völlig aus dem Spiel genommen wurde und nur 13 Minuten auf dem Feld stand, war bei nur neun zur Verfügung stehenden Spielern allerdings nur noch schwer zu kompensieren und so gingen den Barockstädtern in der Verlängerung letztlich die Kräfte aus.

Durch die Niederlage der VfB Gießen Pointers gegen den MTV Kronberg wäre Ludwigsburg mit einem Sieg bis auf zwei Zähler an den vierten Platz herangekommen. So jedoch fiel man auf den siebten Rang zurück, da sich die SG Heidelberg/Kirchheim mit einem deutlichen Sieg gegen Trier im Kampf um die Platzierungen hinter dem Spitzentrio eindrucksvoll zurückmeldete. In den kommenden Heimspielen gegen die direkten Konkurrenten aus Kronberg und Gießen kann die BSG allerdings noch einmal Boden gut machen, ehe es am letzten Spieltag zum Abstiegskandidaten aus Stuttgart geht.

So spielte die BSG: Buller (29, 11 Assists, 6 Steals), Bridgewater (17, 7 Rebounds), Ifuly (10), Leidel (8, 4 Steals), Feil (8), von Stackelberg (7, 1 Block!), Perges (7), Koch (6), Kantschar (3)

Bei Schwenningen punkteten Schlafke (32), Adair (22), Betz (20) und Topic (18) zweistellig.