Dienstag, 11.12.2007 14:32

BSG verliert Topspiel und Tabellenführung

Ohne Kapitän Marc Hottmann musste sich die BSG Ludwigsburg am Sonntag im Spitzenspiel der 2. Regionalliga Südwest-Süd der SG Mannheim mit 59:68 (27:31) geschlagen geben. Eine katastrophale Leistung in der Offensive und die Überlegenheit der Gäste unter dem Korb waren am Ende die Ursachen für die zweite Saisonniederlage, durch die man erstmals seit dem 2. Spieltag von der Tabellenspitze gestoßen wurde.

Mit Marc Hottmann (Familienfeier) und Jerome Bridgewater (NBBL-Spiel in München) standen zwei „Große“ im Kader der BSG am Sonntag nicht zur Verfügung und so versuchten die Ludwigsburger das Spiel von Beginn an schnell zu machen. In den Anfangsminuten gelang den Barockstädter dann auch das Tempo hoch zu halten und man konnte sich mit einem 10-0 Run erstmals auf 12:5 absetzen. Vor allem Sascha Radetzky erwischte einen guten Start und erzielte im ersten Abschnitt 8 Punkte. Der Ludwigsburger Center sorgte nach schönem Zuspiel von Jonas Leidel mit einem Dunking auch für das Highlight der ersten zehn Minuten und die BSG ging mit einer 17:13 Führung in das zweite Viertel.

Hier kam der Ludwigsburger Motor dann ins Stottern und bei Buller & Co. lief in der Offensive nicht mehr viel zusammen. Ballverluste und Fehlwürfe prägten nun das Spiel der Barockstädter und so konnte Mannheim nach sieben Minuten mit 24:19 in Führung gehen. Maximilian Gerber stellte wenig später mit einem erfolgreichen Dreier wieder den Ausgleich her, doch vier Punkte von Gäste-Forward Clifford Franks ließ Mannheim einen 31:27 Vorsprung mit in die Halbzeitpause nehmen.

Den zweiten Durchgang begannen die Gäste mit einem 10-2 Zwischenspurt, durch den die Mannheimer Führung beim 41:29 erstmals zweistellig wurde. Leidel verkürzte durch einen Korb mit Foul, doch in den verbleibenden fünf Minuten des dritten Viertels gelangen der BSG nur noch zwei magere Pünktchen. Die Barockstädter verließen sich in dieser Phase, wie schon im zweiten Abschnitt, zu sehr auf Würfe aus der Distanz und entwickelten kaum Drang zum Mannheimer Korb. Da aber weder Jordan Buller, der seit Wochen durch eine Fingerverletzung gehandicapt ist, noch Tim Koch oder Kristoffer Kantschar ihren Rhythmus von draußen finden konnten, bleiben die Ludwigsburger Angriffe erfolglos. Rechnet man die Wurfquoten des zweiten und dritten Abschnitts zusammen, kommt man auf eine Ausbeute von 7 Treffern bei 28 Versuchen (2 von 14 Dreier), was gerade einmal 25 % entspricht. Sicherlich hatte die Defense der Mannheimer ihren Anteil an der katastrophalen Quote der BSG, doch in erster Linie machten sich die Barockstädter das Leben durch eine schlechte Wurfauswahl und viele Leichtsinnsfehler selber schwer. Ludwigsburg konnte selbst Überzahlsituation nicht zu seinen Gunsten nutzen und blieb so im dritten Viertel bei gerade einmal sechs Zählern. Da aber auf der anderen Seite die Defense funktionierte und der Einsatz stimmte bzw. auch die Mannheimer so ihre Probleme im Abschluss hatten, konnten die Gäste diese Schwächephase der BSG nicht nutzen um sich weiter abzusetzen und so war beim Stand von 33:42 vor dem Schlussabschnitt noch alles drin für die Barockstädter.

Zu Beginn des vierten Viertels war es zunächst US-Amerikaner Franks, der mit vier Punkten in Folge den Mannheimer Vorsprung weiter auf 46:33 erhöhen konnte. Wer jedoch dachte, Ludwigsburg würde sich nun seinem Schicksal ergeben, wurde in den nächsten Minuten eines Besseren belehrt, denn die BSG kämpfte sich zurück in die Partie. Ein erfolgreicher Dreier von Buller war der Start zu einem 8-0 Run der Ludwigsburger, den Kantschar ebenfalls aus der Distanz zum 41:46 vollendete und den Barockstädtern damit neue Hoffnung gab. Die Truppe von Ross Jorgusen ging in der Verteidigung nun mit einer unglaublichen Intensität zu Werke und setzte die Gäste mit ihrem großen Einsatz gehörig unter Druck. Nach einer Auszeit war es dann Ron Merriwether, der sich nach einem Fehlwurf den Offensiv-Rebound schnappte um mit Foul zu vollenden und den Ludwigsburger Lauf zu stoppen. Spätestens jetzt zeigte sich die Überlegenheit der Mannheimer unter den Brettern, denn im nächsten Angriff der Gäste spielte sich die gleiche Szene ab und der Amerikaner kam erneut unter dem Korb zu Punkten. Koch und Radetzky hielten die BSG im Spiel, ehe Merriwether, der 14 seiner insgesamt 20 Punkte im letzten Viertel erzielte, mit zwei erfolgreichen Dreiern endgültig zum Matchwinner für die Badener wurde. Der zweite Treffer erhöhte den Vorsprung bei weniger als zwei Minuten Restspielzeit auf 56:47 und traf die Barockstädter in ihrer Aufholjagd mitten ins Herz. Buller schoss die BSG noch einmal auf fünf Punkte heran, doch als man die Mannheimer an die Linie schickte um die Uhr zu stoppen, zeigten die Gäste keine Nerven und trafen alle ihrer zehn Freiwürfe. So stand am Ende mit der 59:68 Niederlage die zweite Heimpleite in Folge fest, wodurch die BSG ihre Spitzenposition in der 2. Regionalliga Südwest-Süd an die SG Mannheim abgeben muss und nun auf dem zweiten Rang in die Weihnachtspause geht.

Insgesamt war die Partie am Sonntag ein Spiel zum vergessen für die knapp 200 Zuschauer in der Innenstadtsporthalle, denn nicht nur Ludwigsburg zeigte mit einer Wurfquote von 37 % und 23 Ballverlusten eine schwache Leistung, auch die Gäste aus Baden waren mit 41 % aus dem Feld nicht viel erfolgreicher und produzierten ebenfalls 29 Turnovers. Am Ende waren das unterirdische dritte Viertel der BSG und die Reboundüberlegenheit der Mannheimer (46 zu 35) entscheidend. Beim Kampf unter den Brettern wurde Kapitän Hottmann schmerzlich vermisst, denn da auch Bridgewater nicht zur Verfügung stand, mussten die Guards Koch und Gerber oftmals auf die Position des Power Forwards rücken, wo sie gegen die körperlich starken Gäste meist überfordert waren. Auch in der Offensive machte sich vor allem in den Schwächephasen des zweiten und dritten Viertels das Fehlen von Hottmanns 16,3 Punkten im Schnitt deutlich bemerkbar. Allerdings ist es müßig darüber nachzudenken „was passiert wäre wenn…“, denn jetzt gilt es dieses Spiel abzuhaken um in der Rückrunde mit neuer Kraft an den Start zu gehen.

So spielte die BSG: Buller (21, 5 Assists), Radetzky (12, 6 Rebounds), Gerber (8), Leidel (6, 5 Reb.), Koch (5, 7 Reb.), Kantschar (3, 3 Steals), von Stackelberg (2), Ifuly (2, 4 Reb.), Gekeler (dnp), Kibarogullari (dnp)

Bei Mannheim punkteten Merriwether (20), Franks (16, 11 Reb.) und Tunga (13) zweistellig.